„Hoffnung“ – Auszug aus dem Tao im täglichen Leben

Hoffnung

Wang. Hoffen, erwarten, sich freuen auf, Vollmond.

Der obere linke Quadrant ist ein Lautzeichen, der obere rechte Quadrant stellt ein Auge dar. Das untere Element des Ideogramms zeigt eine Person, die auf dem Erdboden steht. Eine weithin suchende Person erhofft sich ein bestimmtes Resultat.

Ohne Hoffnung kann nichts getan werden.

Wir alle brauchen Hoffnung. Ohne Hoffnung würden wir nicht auf den nächsten Tag zugehen. All die hochgestochenen Worte der Philosophie, all die Rationalisierungen der Theologie ändern nichts an der Notwendigkeit weiterzumachen. Die Diskussi
on über Theorien befriedigt intellektuelle Bedürfnisse. Doch jeden Tag aufzustehen, für das zu arbeiten, woran wir glauben, unseren Willen einzusetzen, um das zu erreichen, was uns wichtig ist – all das ist ohne Hoffnung nicht möglich.
Hoffnung bedingt ein Ziel. Wenn wir kein Ziel haben, auf das wir zusteuern, so wie die auf der Suche befindliche Person im Zeichen wang, können wir keine Hoffnung haben. Hoffnung ist jener Glaube, der uns unser Ziel vorzustellen hilft und uns dazu inspiriert, darauf hinzuarbeiten.

Hoffnung ist auch unsere Reaktion auf Schmerz. Wir leiden, aber wir spüren in unserem Leiden, dass es einen Ausweg aus dem Schmerz gibt, und wir suchen nach dieser Öffnung. So werden wir dazu bewegt, Tao zu finden, denn mit Tao geht die Möglichkeit eines besseren Lebens einher.

Sie sollten etwas haben, auf das Sie hoffen.

Machen Sie aus sich eine Person, die zum Ziel dieser Hoffnung gelangen kann.

Und wenn Sie eine Hoffnung haben, so teilen Sie sie mit den Menschen, denen Sie begegnen. Wir brauchen mehr Hoffnung in der Welt.

Auszug aus “TAO im täglichen Leben” von Deng Ming-Dao, Goldmann Verlag.

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